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Alkohol in Arzneimitteln – sinnlos, gefährlich oder notwendig?

Aus gutem Grund ist in den meisten flüssigen Arzneimitteln der Homöopathie und Phytotherapie Alkohol enthalten. Dieser Alkohol ist für die Herstellung und Haltbarkeit gehaltvoller Pflanzenauszüge eine unverzichtbare und auch in den Arzneibüchern vorgeschriebene Substanz. Alkohol löst die Arzneistoffe aus der Pflanze, er bewahrt das Arzneimittel vor dem Verderben und verbessert die Arzneistoff-Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt.

Auf die ansonsten notwendige Alternative, ein Konservierungsmittel oder ein Stabilisator, kann aufgrund des Alkoholgehaltes verzichtet werden. Alkohol ist somit für die moderne Homöopathie und Phytotherapie derzeit unersetzlich.

Davon abgesehen ist er in Arzneidosierungen in den meisten Fällen auch unbedenklich. Eine ganze Reihe von Lebensmittel wie Fruchtsäfte, Kefir und Brot enthalten in konsumüblichen Mengen genauso viel oder mehr Alkohol als in der Einzel- oder Tagesdosis eines Arzneimittels.

Eine Scheibe Mischbrot (50 g) enthält etwa 0,2 g Alkohol, frischer Apfelsaft (0,3 l) enthält bis zu 0,8 g Alkohol. Im Vergleich hierzu beträgt die Alkoholmenge von 20 Tropfen einer 50 Vol.-%igen Arznei ca. 0,3 g. Üblicherweise werden homöopathische Arzneimittel in mehreren Dosen verteilt über den Tag eingenommen, daher ist der Alkoholgehalt meist schon längst vollständig abgebaut, bevor eine weitere Dosis aufgenommen wird. Erwachsene bauen die Einzeldosis eines Arzneimittels innerhalb von 2 – 5 Minuten ab, Kinder innerhalb von 3 – 17 Minuten.

Lediglich bei bestimmten Risikopatienten (Alkoholkranke, Patienten mit Leberfunktionsstörungen) muss die Einnahme von Alkohol unbedingt vermieden werden. Hierzu tragen alle alkoholhaltigen Arzneimittelzubereitungen gut sichtbare Warnhinweise, die über den Alkoholgehalt des Präparates informieren.